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1. Die demographische Herausforderung annehmen

AltJungRückläufige Einwohnerzahlen auf der einen, eine zunehmend älter werdende Bevölkerung auf der anderen Seite, – das ist für die Stadt Wadern und ihre einzelnen Stadtteile die wohl größte Herausforderung der Zukunft. Eine Herausforderung, die es anzunehmen gilt, denn die sich abzeichnende demographische Entwicklung hat nicht nur Folgen für die Einnahmen und die Infrastruktur der Stadt. Sie geht auch einher mit veränderten Bedürfnissen der Wohnbevölkerung, denen – unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Stadtteilen – gezielt begegnet werden muss.

Mobilität und Teilhabe, unabhängig vom Alter

  • Die Stadt Wadern muss Menschen mit eingeschränkter Mobilität mehr Handlungsspielraum ermöglichen, etwa mittels Anrufsammeltaxi oder angepasstem Öffentlichem Nahverkehr. Zudem sind „Hauptrouten“ und Verkehrsachsen zu definieren, die zwingend barrierefrei umgestaltet werden müssen.
  • Versorgungsferne Stadtteile müssen über alternative Infrastrukturmaßnahmen (Dorfladen, Nachbarschaftstaxi, Tante-Emma-Laden auf Rädern etc.) attraktiver werden. Die Waderner Tafel muss für Bedürftige aus weiter vom Kernort Wadern entfernten Stadtteilen zum verbilligten Tarif zu erreichen sein, ähnlich dem Maadbus.
  • Durch die Schaffung von dezentralen Einheiten für betreutes Wohnen – inklusive der Möglichkeit, sich Leistungen hinzubuchen zu können – soll das attraktive Wohnumfeld, das das gesamte Stadtgebiet prägt, eine Aufwertung erfahren. Hieran können und sollen sich auch private Investoren beteiligen.
  • Neue Wohnmodelle, z.B. Mehrgenerationen-Wohneinheiten, sollen in Form von Projekten auf Stadtteilebene gefördert werden.
  • Der Krankenhaustandort Wadern muss erhalten und ausgebaut werden.
  • Die Ansiedlung von Pflegediensten und anderen Dienstleistern aus dem Bereich der Seniorenbetreuung ist ein anzustrebendes Ziel.
  • Die Bildung eines Seniorenbeirats wird forciert. Der Beirat soll die Belange einer älter werdenden Bevölkerung – in Zusammenarbeit mit einem ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten – aktiv und offensiv vertreten. Dem Seniorenbeirat wird auch die Aufgabe angetragen, Konzepte auszuarbeiten, dank derer das Potenzial und die Lebenserfahrung der älteren Generation nutzbringend in die Gemeinschaft eingebracht werden können.
  • Die Schaffung des Amtes eines ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten soll dazu beitragen, die Belange behinderter Menschen stärker in das Bewusstsein der politisch Handelnden zu rücken.
  • Die ambulante, aber auch die stationäre Versorgung schwerstkranker Menschen (Palliativpatienten) muss weiter ausgebaut werden. In Kooperation mit privaten und öffentlichen Trägern sollen die Möglichkeiten der Einrichtung eines Hospizes im Stadtgebiet eruiert werden.

Jung sein: Mehr Möglichkeiten, mehr Hilfe

  • Die Einrichtung eines Jugendrates soll jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich aktiver am politischen, kulturellen und sportlichen Geschehen zu beteiligen.
  • Die Stadt soll ihr eigenes (Kultur-)Angebot durch Initiativen, die von Jugendlichen selbst ausgehen, ergänzen. Vorab sollen die Jugendlichen ihre Interessen einbringen. Dazu bieten sich Online-Foren genauso an wie von der Stadt initiierte Treffen.
  • Der Ausbau von Freizeitmöglichkeiten muss fortgeführt werden. Dezentral kann das über die Unterstützung von Jugendclubs und Vereinen geleistet werden, zentral durch eine Vernetzung der handelnden Akteure (Vereinsstammtisch etc.), die von Seiten der Stadt initiiert werden soll.
  • Die Mobilität junger Menschen soll – unabhängig vom „Elterntaxi“ – gefördert werden, um Begegnungsmöglichkeiten über die Stadtteilgrenzen hinaus zu gewährleisten (z.B. Ausbau des Bus- und Jugendtaxi-Angebots an den Wochenenden).
  • Der Ausbau des Radwegenetzes zwischen den Stadtteilen soll Jugendlichen ein aktives Pendeln gefahrfrei ermöglichen.
  • Neben den fest eingerichteten Jugendhilfezentren muss es eine aufsuchende Jugendarbeit geben. Ein unabhängig von den aktuellen Strukturen arbeitender Streetworker, der in allen Stadtteilen aktiv auf die Jugendlichen zugeht, ist unabdingbar für unsere Stadt. Ferner muss es bei der Verwaltung einen Ansprechpartner für die Belange der Jugendlichen geben. Hier ist eine engere Zusammenarbeit bzw. Abstimmung mit dem Landkreis vonnöten.

 Wohnen in unserer Stadt: Die Entwicklung steuern 

  • Die Stadt Wadern braucht ein flächendeckendes Leerstandskataster für die Wohnungssituation, das auch die potenziellen Leerstände in absehbarer Zukunft mit einbezieht.
  • Die Stadt soll aktiv in die Sanierung von Leerständen und die Aktivierung von Baulücken eingreifen. Denkbar sind hier auch öffentlich/private Partnerschaften, in denen die Stadt z.B. eigene Gebäude und Grundstücke einbringt und ein privater Investor Gebäude errichtet oder saniert.
  • Um leerstehende Gebäude zu vermitteln, muss die Stadt eine Plattform (Internet, Anzeigenschaltung im Bekanntmachungsblatt) schaffen, die der Vermittlung von Wohnraum und leerstehenden Geschäften dient. In die Vermittlung sollen auch die Akteure vor Ort (Ortsvorsteher, Ortsräte) mit einbezogen werden. Denkbar wäre auch eine Wohnraumvermittlungsbörse.
  • Die Stadt Wadern und ihre Stadtteile müssen sich durch eine aktive Bevölkerungspolitik als attraktive Wohnorte für Neubürger darstellen. Eine entsprechende Image-Kampagne im Netz, aber auch in den traditionellen Medien ist zu initiieren.

Nächster Punkt: 2. Wirtschaft und Finanzen: Zukunftsorientiert handeln

Foto: Shutterstock