Jochen_ErsterSchultag_2
August 1976: Mein erster Schultag.

Ich bin am 6. Oktober 1970 geboren und ein echtes „Gewächs“ dieser Stadt. Ab August 1976 besuchte ich die Grundschule Nunkirchen, wechselte dann im Spätsommer 1980 auf das Hochwald-Gymnasium in Wadern, wo ich 1989 die Abiturprüfung ablegte. Schon in der Schule kristallisierte sich heraus, dass mir drei Themenbereiche besonders liegen: Geschichte, Sprachen und Schreiben.

Moderation in Luxemburg.
Die Aufnahme zeigt mich während einer Live-Moderation in Luxemburg.

Neben meiner Muttersprache Deutsch beherrsche ich auch Französisch, Englisch und Luxemburgisch fließend in Wort und Schrift. Für mein bevorzugtes Hobby, das Blättern in alten Büchern zur Geschichte unserer Region und das Stöbern im Internet nach historischen Fakten rund um den Hochwald, bleibt mir im Moment leider nur wenig Zeit. Das Schreiben hingegen habe ich nach dem Abitur zu meinem Beruf gemacht.

1989 klopfte ich beim luxemburgischen Wochenmagazin Télécran an, um meine Mitarbeit anzubieten. Nach einigen Wochen als Freier Mitarbeiter hatte ich das Angebot für ein Volontariat in der Tasche. Parallel arbeitete ich für den rheinland-pfälzischen Radiosender RPR als Reporter für die Region Trier-Saarland und auch als Moderator. Eine spannende Zeit, denn Privatradio war neu in Deutschland. Und die Medienbranche insgesamt änderte sich rasant, nicht zuletzt durch die technischen Möglichkeiten, die der Einsatz des Computers schuf.

BMW-Event Barcelona.
Auf Pressereise. Links im Bild: der neue luxemburgische Premierminister Xavier Bettel.

Nach meinem Volontariat und einer Zeit als freier Mitarbeit wurde ich bei Télécran, dem größten luxemburgischen Wochenmagazin, als Redakteur übernommen. Gleichzeitig blieb ich aber auch meiner Arbeit für andere Medien treu. Bis heute. Das Erstellen von Radiobeiträgen für verschiedene Radiostationen – übrigens auch deren technische Produktion – gehört dabei ebenso dazu wie Live-Moderationen, das Schreiben von Beiträgen für Bücher und für deutsche, luxemburgische und französische Zeitungen, Magazine und Web-Portale oder die graphische Gestaltung von Print-Produkten.

Im Gespräch mit JoseCarreras
Ganz persönlich: José Carreras im Interview.

Bei Télécran war ich über ein Jahrzehnt hinweg fast ausschließlich für die Betreuung des Bereichs Medien im Allgemeinen und Fernsehen im Besonderen zuständig, ein Umstand, dem ich im Laufe meiner mittlerweile 25 Berufsjahre eine ganze Reihe interessanter Begegnungen und Gespräche mit einer Vielzahl bekannter Persönlichkeiten der deutschen und französischen Medienszene verdanke, von Ranga Yogeschwar und José Carreras über Sophie Marceau und Sophia Loreen bis hin zu Alfred Biolek und Ulrich Wickert, um nur einige zu nennen. Parallel zur meiner journalistischen Tätigkeit studierte ich in Trier Politikwissenschaft.

Diskussionrunde
Streitgespräch: Das Foto wurde während einer von mir moderierten medienpolitischen Diskussionsrunde in Luxemburg aufgenommen.

2008 wurde ich beigeordneter Chefredakteur von Télécran, zeichnete also auch für die Planung und die Strategie des Magazins mitverantwortlich. Damit wurde das Themenspektrum, das abzudecken war, wesentlich breiter. Streitgespräche und Interviews mit Politikern, Sportlern und Kulturschaffenden gehören seither ebenso zum Berufsalltag wie die Mitarbeit an strategischen Konzepten, in welche Richtung sich die traditionellen und die digitalen Medien in einem immer heftiger werdenden Wettbewerb entwickeln werden und müssen, – Überlegungen, die vor dem Hintergrund einer neuen, 2013 eingeführten Redaktionsstruktur geführt werden, nichts an Bedeutung verloren haben.

Neben meinem Beruf als Journalist interessierte mich immer auch das Phänomen der Mehrsprachigkeit von Menschen – speziell von Kindern. So reifte in mir der Gedanke, parallel zu meiner beruflichen Arbeit erneut ein Studium aufzunehmen. Zwischen 1997 und 2003 habe ich an der Universität Koblenz-Landau Sonderpädagogik für sprach- und lernbehinderte Kinder in Verbindung mit dem Fach Sozialkunde studiert, wobei ein Schwerpunkt auf den besonderen Problemen von Kindern mit Migrationshintergrund lag. Im Juni 2003 schloss ich mein Studium mit dem ersten Staatsexamen ab.

Meine politische Karriere begann knapp ein Jahr später. Die erbittert geführte Diskussion um ein geplantes Biomasseheizkraftwerk in Niederlosheim, in dem schwerstkontaminierte Abfallhölzer verbrannt werden sollten und dessen technische Ausstattung, gerade in Bezug auf die Luftverschmutzung, völlig unzureichend war, gab 2004 den Ausschlag für mein kommunalpolitisches Engagement. Völlig fassungslos war ich damals über die Untätigkeit und den Unwillen der kommunalen Politiker, sich der Ängste und Bedenken der Bürgerinnen und Bürger offensiv anzunehmen.

Das Entsetzen, das sich angesichts der Tatenlosigkeit des politischen Establishments in mir regte, führte im Frühjahr 2004 zu einer Aussage, die mein Leben nachhaltig verändern sollte. Im Rahmen einer Bürgerversammlung in Losheim, zu der mehrere Hundert Menschen gekommen waren, erklärte ich vor versammelten Publikum ins Saalmikrofon, dass einem als Bürger angesichts der schweigenden Untätigkeit der Herren auf dem Podium nichts anderes übrig bliebe als sich politisch zu engagieren.

Das war die Initialzündung für die Gründung der partei-unabhängigen Wählergruppe ProHochwald. Wie der Name schon sagt, sollte ProHochwald nie auf einen Ort beschränkt sein, sondern verstand und versteht sich als ortsübergreifendes Sprachrohr von Menschen, die sich nicht parteipolitischem Kalkül unterordnen wollen, sondern die Vernunft zur Maxime des politischen Handelns erheben. In aller Eile wurden Wahllisten erstellt und die Formalitäten erfüllt, um bei der Kommunalwahl 2004 antreten zu können.

Wahl zum Ortsvorsteher 2009.
2009 wurde ich erneut zum Ortsvorsteher von Nunkirchen gewählt.

Offenbar kam den Wählern eine neue politische Kraft sehr entgegen. In Nunkirchen stimmten auf Anhieb 38,5 Prozent für ProHochwald und auch im Stadtrat waren 10,4 Prozent der Wähler der Meinung, dass den etablierten Parteien ein junge Kraft zur Seite gestellt werden sollte. Bei den Kommunalwahlen 2009 erreichte ProHochwald schließlich 14,1 Prozent bei den Stadtratswahlen. Im Ortsrat Nunkirchen gab es mit 57,9 Prozent sogar eine satte absolute Mehrheit, die wir 2014 noch um 10.1 Prozent auf 68 Prozent ausbauen konnten.  Im Stadtrat konnten wir 2014 5,8 Prozent zulegen. Insgesamt 19,9 Prozent der Wählerinnen und Wählern gaben ProHochwald ihre Stimme. In der Folge des Wahlsiegs in Nunkirchen 2004 wurde ich am 30. Juli jenes Jahres zum Ortsvorsteher gewählt, ein Amt, das ich bis 16. Juli 2014 bekleidet habe. Am 8. Juni wurde ich zum Bürgermeister der Stadt Wadern gewählt. Mein Amt habe ich am 1. November 2014 angetreten.

2004 ging ich ohne die geringste Erfahrung auf dem politischen Parkett, aber mit dem festen Willen ans Werk, ein Projekt auf den Weg zu bringen, das nur langfristig angelegt sein kann: den Gemeinschaftssinn zu fördern, Transparenz und Offenheit ins Dorf zu bringen. Kurzum: ein Lebensgefühl zu schaffen, das den Bürgerinnen und Bürgern vermittelt: „Mischen Sie sich ein! Es ist unser aller Leben, das durch politische Entscheidungen tangiert wird!“

Eben dies war mir als Ortsvorsteher wie als Ratsmitglied ein Anliegen. Und es ist auch als Bürgermeister der Stadt Wadern meine Antriebsfeder: Ich kümmer mich. Unabhängig von jeder Parteipolitik. Ohne Scheuklappen, ohne Vorbedingungen. Etwas auf die lange Bank zu schieben, ist nicht mein Ding. Wer Verantwortung übernimmt, hat meines Erachtens auch die Verpflichtung, dem Anspruch an diese Verantwortung gerecht zu werden. So habe ich es in meinem bisherigen Leben stets gehalten. Und so halte ich es auch in meinem Amt als Bürgermeister der Stadt Wadern.

Jochen Kuttler im Gespräch mit älteren Mitbürgern.
Meine Aufmerksamkeit gehört allen Bürgerinnen und Bürgern.

Im Mittelpunkt der Überlegungen, die mich als Journalist, als Ortsvorsteher, als Ratsmitglied und auch als Privatmensch umtreiben, steht immer der Respekt vor dem Menschen als Individuum. Ich will nicht spalten, sondern möchte helfen, Gräben zu überwinden. Die beruflichen wie privaten Erfahrungen in meinem Leben, aber auch mein Engagement in etlichen Vereinen und in Ehrenämtern – unter anderem war ich ehrenamtlicher Betreuer – haben mich gelehrt, dass man mit einer von außen künstlich normierten Sicht nicht weit kommt. Das Denken in Lagern, also der strikte Parteigehorsam, ist mir ein Graus. Vor allem auf kommunalpolitischer Ebene. Engstirnigkeit und Parteienklüngel hemmen Engagement und Einsatzwillen. Beides aber brauchen wir angesichts der Herausforderungen, die uns Gegenwart und Zukunft stellen, mehr denn je.

Engstirnigkeit und scheuklappenartiges Abschotten sind also meine Sache nicht. Im Gegenteil: Ich habe immer gerne und bewusst über den Tellerrand geschaut, wie ein Blick auf meinen bisherigen Lebensweg zeigt: In der Stadt Wadern bin ich aufgewachsen und zur Schule gegangen. Später habe ich in Trier und Landau studiert. Mein beruflicher Werdegang hat mich nach Luxemburg, Paris, Berlin und Dresden geführt. Ich habe in Madrid, Genf und Brüssel Vorträge gehalten. Bei aller Internationalität aber bin ich immer Waderner geblieben. Und auch Nunkircher. Beides ist in meinem Selbstverständnis völlig selbstverständlich miteinander vereinbar.

Das Rathaus in Wadern.
Das Rathaus verstehe ich als Dienstleistungszentrum.

Ich kümmere mich, engagiere mich und setze mich ein. Dinge versprechen, die nicht einzuhalten sind, das mache ich hingegen nicht. Mir geht es um eine Politik, die Transparenz und Offenheit zum Grundsatz hat, die die Vernunft als Maxime des Handelns betrachtet und dabei den Bürger als Mensch nie aus dem Blickfeld verliert. Darauf gebe ich Ihnen mein Wort.
Ihr
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