FragenundAnwortenAn dieser Stelle möchte ich auf Fragen eingehen, die im Zusammenhang mit meinem politischen Engagement häufiger gestellt werden. Sollten sich neue Themen ergeben, wird der nachfolgende Dialog selbstverständlich ergänzt. Sollen Sie Fragen haben, stellen Sie sie. Oder folgen Sie mir bzw. dem Team von ProHochwald auf Facebook.

Frage: ProHochwald wird oft vorgeworfen, Parteien grundsätzlich abzulehnen. Stimmt das?
Antwort: Nein! Die Parteien erfüllen in unserem Land eine äußerst wichtige Aufgabe. Gerade auf Landes- und Bundesebene sind sie unverzichtbar. Auf kommunaler Ebene stört uns allerdings, wie sehr auch hier die Parteiräson die Entscheidungen bestimmt. Nach der Sinnhaftigkeit fragt da oft niemand mehr. Hauptsache, die Parteilinie wird eingehalten. Bei ProHochwald steht die Vernunft im Mittelpunkt des Handelns. Und darum wird – im positiven Sinne des Wortes – gerungen. ProHochwald stellt sich ganz klar gegen Parteidisziplin, die in unbedingten Gehorsam mündet. Ein solches Denken erstickt jede Kreativität im Keim. Und vernünftige, sachlich begründbare Entscheidungen kommen so auch nicht zustande.

Frage: Warum kandidieren Sie für ProHochwald und nicht als Einzelbewerber?
Antwort: Ich habe ProHochwald 2004 mit gegründet. Unser Credo war und ist, dass wir uns nicht in ein Parteischema pressen lassen. Die Positionen, die ProHochwald in den letzten Jahren vertreten hat, orientieren sich nicht an irgendwelchen Parteitagsbeschlüssen, sondern wurden in jedem Einzelfall äußerst aufwändig abgewogen. ProHochwald tritt für Grundsätze ein, die ich allesamt unterschreiben kann: Dialog, Offenheit, Transparenz und Vorrang für die Vernunft. Insofern ist es nur eine logische Konsequenz, als Kandidat von ProHochwald in die Bürgermeisterwahlen zu gehen.

Frage: Deckt sich Ihr Zukunftsprogramm für die Stadt Wadern mit den Zielen und Vorstellungen, die auch ProHochwald vertritt?
Antwort: Das „8-Punkte-Konzept: Gemeinsam für Wadern“ ist die logische Konsequenz aus der politischen Arbeit von ProHochwald in den letzten zehn Jahren. Die Probleme, die die Stadt Wadern hat, wurden in einer komplexen Ist-Analyse dokumentiert. Ferner wurden die Themenfelder herausgearbeitet, die uns in den nächsten Jahren beschäftigen werden. Daraus entstanden ist ein Aufgabenkatalog, der viele Fragen aufwirft, die man nicht beantworten kann, ohne über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Für das „8-Punkte-Konzept“ bin ich wochenlang kreuz und quer durch Deutschland gereist, um Kommunen zu besuchen, die ähnlich gelagerte Probleme haben wie unsere Stadt. Auf der Basis von ausführlichen Informationen, intensiver Recherche, konstruktiven Diskussionen und detailgenauer Abwägung wurde ein Programm für die Stadt Wadern zusammengestellt, das exakt auf die Anforderungen der Zukunft an uns und unsere Kommune abgestimmt ist. Dieses Konzept ist ein Produkt gemeinsamer Arbeit und Anstrengung vieler Köpfe. Es  ist sowohl die Basis meiner politischen Arbeit als auch der von ProHochwald.

Frage: ProHochwald ist keine Partei, sondern eine Wählergruppe. Damit fehlt auch der Apparat im Hintergrund. Wie wird der Wahlkampf finanziert?
Antwort: Der Wahlkampf ist für ProHochwald eine Herkulesaufgabe. Während bei den etablierten Parteien Vordrucke bereitstehen, fertige Schablonen für Flugblätter und Plakate in den Schubladen liegen, ist bei uns alles Handarbeit. Wir überlegen selbst, texten selbst, wir machen das Layout in Eigenregie und wir hängen unsere selbst gestalteten Plakate auch selbst auf. Ohne den wirklich bemerkenswerten Enthusiasmus aller Beteiligten wäre das gar nicht machbar. Ganz abgesehen davon, dass wir auch nicht die finanziellen Mittel der etablierten Parteien haben, die ihre Wahlkämpfe auf allen Ebenen rückfinanzieren können.

Frage: Ärgert es Sie, wenn Ihnen vorgeworfen wird, Sie und Ihre Mitstreiter von der Bürgerinitiative hätten vor zehn Jahren eine Erweiterung von Homanit verhindert?
Antwort: Ärgern? Nein! Aber die Aussage wird nicht dadurch wahrer, dass man sie gebetsmühlenartig wiederholt. Fakt ist: Homanit wollte seinerzeit ein Biomasseheizkraftwerk errichten. Dagegen hatte niemand etwas. Sehr wohl hatten sehr viele Menschen im Hochwald etwas gegen eine Müllverbrennungsanlage mit schlechter Filtertechnik. Genau das war damals bei Homanit geplant. Die Bürgerinitiative trat seinerzeit dafür ein, dass in das Biomasseheizkraftwerk modernste Filtertechnik eingebaut wird, der Betreiber wehrte sich dagegen. Ich nehme an aus Kostengründen. Als sowohl die Politik als auch das Unternehmen selbst sahen, dass gegen solch massiven Widerstand keine minderwertig ausgestattete Anlage durchzusetzen war, gaben beide nach. Das Biomasseheizkraftwerk wurde nicht gebaut. Im Nachhinein war es sehr schick, den Bau des Heizkraftwerks mit einer Art Arbeitsplatzgarantie beim Hauptwerk von Homanit in Verbindung zu bringen. Eine völlig irrige Annahme, wie ein Blick auf den Rest Deutschlands zeigt. Dort wurden etliche Altholzverbrennungsanlagen errichtet und etliche Holzfaserplattenwerke, die damit zusammenhingen, geschlossen. Um es direkt zu sagen: Für viele Betreiber blieben die Biomasseheizkraftwerke eine gute Einnahmequelle, während sie ihre Werke schlossen und Arbeitsplätze vernichtet wurden. Wer glaubt, in Niederlosheim wäre das im Falle eines Falles anders gelaufen, muss schon recht naiv sein. Im Übrigen hielt Homanit noch fünf Jahre nach dem Aus für das geplante Biomasseheizkraftwerk an seinen Erweiterungsplänen fest, wurden Grundstücke für teures Steuergeld erworben und die Bundesstraße umgelegt – aus Landesmitteln finanziert. Sicherheiten ließ sich die große Politik keine geben. Und so nimmt es kaum wunder, dass der Katzenjammer groß war, als Homanit vor etwas mehr als einem Jahr verkündete, Arbeitskräfte am Standort Niederlosheim abbauen zu wollen. Das kann man instinktlos nennen, rechtlich ist die Firma allerdings fein raus, weil niemand den Ausbau des Gewerbeparks und die Verlegung der Bundesstraße an Bedingungen zum Arbeitsplatzerhalt geknüpft hat.  Der Abwanderungsgrund heute liegt übrigens in den niedrigeren Produktionskosten in Osteuropa. Das wird in der Branche auch ganz offen gesagt. Die Diskussion um das Biomasseheizkraftwerk spielt dabei keine Rolle mehr. Sie hat übrigens auch nie eine gespielt.

Frage: Sie müssen als Bürgermeister die ganze Stadt vertreten, nicht nur einen Stadtteil. Eine schwierige Aufgabe?
Antwort: 16.000 Einwohner zu vertreten, ist immer eine schwierige Aufgabe. Aber eine lösbare. Wer mich kennt, weiß, dass ich ganz sicher über den dörflichen Tellerrand hinausschaue. Ich mag mein Heimatdorf. Aber ich bin ein „Gewächs“ dieser Stadt, bin ich in Wadern zur Schule gegangen, habe Freunde und Bekannte in allen Stadtteilen und auch darüber hinaus. Wir leben nicht mehr im Mittelalter, wo Wadrill und Nunkirchen fast eine Tagesreise voneinander entfernt waren. Ich denke, es ist an der Zeit, dieses Schubladendenken ad acta zu legen. Wir können nur gemeinsam etwas erreichen. Ganz gleich, in welchem Ort wir wohnen. Ich will nicht auseinanderdividieren, sondern integrieren. Dafür stehe ich ein. Wir als Stadt Wadern können nämlich viel mehr, als wir heute zu zeigen bereit sind.

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