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6. Kultur, Tourismus, Marketing: Vielfalt statt Einheitsbrei

RadfahrerDas kulturelle Leben ist ein wichtiger Baustein, wenn es darum geht, gesellschaftlichen Zusammenhalt nach innen erfahrbar und nach außen sichtbar zu machen. Dabei sind es im ländlichen Raum oft die kleinen Mosaiksteinchen, die zusammengesetzt ein Ganzes ergeben. Ein Ganzes, das sich durch Vielfalt und Originalität von der Kulturindustrie, die in Ballungsräumen zu finden ist, abhebt. Ja, Kultur darf dörflich sein. Sie grenzt sich damit von der Massenware ab und lockt Fremde und Neugierige zu uns. Unsere Stadt in allen Bereichen für Touristen erlebbar und entdeckenswert zu machen, trägt dazu bei, unsere Identität zu festigen. Es hilft aber auch einheimischen Wirtschaftsbetrieben, neue Kunden zu erschließen. Diese Symbiose ist Herausforderung und Auftrag zugleich.

 

Sanfter Tourismus: Zu Fuß oder mit dem Rad

  • Die Flächenstadt Wadern eignet sich hervorragend, um zu Fuß oder mit dem Fahrrad entdeckt zu werden. Ein einheitliches Beschilderungskonzept, gekoppelt mit einem entsprechenden Marketing (eigene Dachmarke), soll die Stadt für Wochenend- und Kurzurlauber attraktiver machen.
  • Der Ausbau des sanften Rad- und Wandertourismus muss höchste Priorität haben. Ein intaktes und ausgebautes Rad- und Wanderwegenetz ist hierfür allerdings zwingende Voraussetzung. Gleichzeitig muss eine Entlastung besonders vom Durchgangsverkehr betroffener Dörfer das Ziel sein. In beiden Punkten Fortschritte zu forcieren, ist Aufgabe des künftigen Bürgermeisters.
  • Das Freizeitzentrum Noswendel muss als Naherholungsort ausgebaut und dem Anspruch entsprechend beworben werden. Gleiches gilt für festzulegende touristische Sehenswürdigkeiten im Stadtgebiet.
  • Die Stadt Wadern muss sich in engster Kooperation mit den anderen Gemeinden – auch über die Kreis und die Landes-
    grenzen hinaus – dafür stark machen, dass der Schwarzwälder Hochwald – und hier verstärkt der südliche Teil, also die Region um die Stadt Wadern – wesentlich aktiver und intensiver deutschlandweit als Marke wahrgenommen wird.
  • Unsere Kulturlandschaft muss auch als solche verstanden werden. Der Landschaftspflege – durch private Haushalte, Landwirte, aber auch durch die öffentliche Hand – kommt in Zeiten des sanften Tourismus entscheidende Bedeutung zu. Voraussetzung hierfür ist der Erhalt des ländlich geprägten Landschaftsbildes, das sich durch die Vielfalt unterschiedlich genutzter Natur- und Lebensräume auszeichnet. Dabei gilt es, neue Konzepte zu entwickeln, die das für einen erlebenswerten Landschaftsraum Wünschenswerte mit den wirtschaftlichen Notwendigkeiten einer auf Erträge angewiesenen Landwirtschaft in Einklang bringt.

Kultur made in Wadern: Ein Aushängeschild

  • Die Einrichtung einer Bildungs- und Kulturstiftung soll dazu beitragen, das Kulturangebot in der Stadt zu koordinieren, zu unterstützen und zu vermarkten. Eine eigene Dachmarke könnte hier werbewirksam eingesetzt werden.
  • Eine intensivere Bewerbung des heimischen Angebots an Kulturveranstaltungen und Sehenswürdigkeiten soll die Besucherfrequenz in unserer Stadt erhöhen.
  • Anstatt auf große Leuchtturmevents von außerhalb zu setzen, sollte sich die Stadt wesentlich intensiver der Förderung der heimischen kulturtreibenden Vereine verschreiben. Sie kann diese bei der Werbung und mit der Schaffung einer Dachmarke (siehe oben) ebenso unterstützen wie finanziell bei der Ausrichtung einzelner Veranstaltungen.
  • Eingeführte und erfolgreiche Veranstaltungen („Sagenhaftes Spectaculum“ etc.) bedürfen weiterhin der Unterstützung der Stadt, wobei das Rekrutieren von Kooperationspartnern neue Impulse bringen könnte.
  • Durch die Einführung eines „Runden Tisches Kultur“, koordiniert durch eine Bildungs- und Kulturstiftung, der sich einmal im Jahr trifft, könnte die Möglichkeit des direkten Austauschs der Akteure geschaffen werden. Dabei könnten Synergien entstehen, die doppeltes Arbeiten verhindern.
  • Die Stadt muss auf die sich verändernde Vereinskultur reagieren. Dazu gehört der Abgleich der angebotenen städtischen Infrastruktur mit den tatsächlichen Notwendigkeiten ebenso wie die Frage, wie mit dem Vereinssterben umzugehen ist. Ein  Infrastrukturkonzept darf sich nicht nur mit Gebäuden und Dienstleistungen beschäftigen, es muss auch die sozialen Aspekte des sich verändernden Vereinslebens und Gesellschaftsbildes im Blick haben.
  • Zum kulturellen Leben in unserer Stadt gehören auch die verschiedenen Religionsgruppen. Hier soll gerade auch im Hinblick auf die sich dramatisch verändernden Strukturen der Kirchengemeinden eine Austauschmöglichkeit zu Problemen, Chancen und Risiken der Entwicklung geschaffen werden.

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Foto: © Albrecht E. Arnold / PIXELIO.DE